Relativpronomen im Deutschen – einfach erklärt

📚 Relativpronomen im Deutschen – einfach erklärt

Relativpronomen gehören zu den wichtigsten, aber auch schwierigsten Themen der deutschen Grammatik. Sie verbinden Sätze miteinander, liefern zusätzliche Informationen und sorgen dafür, dass Texte präzise und abwechslungsreich klingen. Wer Relativpronomen sicher beherrscht, schreibt verständlicher, strukturierter und grammatikalisch korrekt.

Besonders in Aufsätzen, Textanalysen und Klassenarbeiten spielen Relativsätze eine große Rolle. In diesem Text erfährst du Schritt für Schritt, was Relativpronomen sind, wie sie verwendet werden, welche Formen es gibt und welche typischen Fehler du vermeiden solltest.

1️⃣ Was sind Relativpronomen?

Relativpronomen sind Fürwörter, die einen Relativsatz einleiten. Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der zusätzliche Informationen zu einem Nomen liefert. Dieses Nomen nennt man Bezugswort.

  • Relativpronomen beziehen sich immer auf ein Nomen
  • Sie stehen meist direkt hinter dem Bezugswort
  • Sie leiten einen Nebensatz ein
  • Der Relativsatz wird durch Kommas abgetrennt

Beispiel:
Der Junge, der dort steht, ist mein Bruder.

Das Wort „der“ ist hier ein Relativpronomen. Es bezieht sich auf das Bezugswort „der Junge“ und leitet den Relativsatz ein.

2️⃣ Welche Relativpronomen gibt es?

Im Deutschen werden vor allem folgende Relativpronomen verwendet:

  • der, die, das
  • welcher, welche, welches
  • wer, was (in besonderen Fällen)

Am häufigsten kommen die Relativpronomen der, die, das vor. Sie sehen genauso aus wie bestimmte Artikel, haben aber eine andere Funktion.

3️⃣ Relativpronomen und ihr Bezugswort

Das Relativpronomen richtet sich in Geschlecht (Genus) und Zahl (Numerus) immer nach dem Bezugswort. Der Fall (Kasus) hängt jedoch von der Funktion im Relativsatz ab.

Beispiel:

  • Der Hund, der laut bellt, ist groß. → Nominativ
  • Der Hund, den ich sehe, ist groß. → Akkusativ
  • Der Hund, dem ich helfe, ist alt. → Dativ

Obwohl sich das Relativpronomen immer auf „der Hund“ bezieht, ändert sich der Fall je nach Aufgabe im Relativsatz.

4️⃣ Relativsätze – Aufbau und Funktion

Relativsätze sind Nebensätze. Das Verb steht deshalb immer am Ende des Satzes. Außerdem werden Relativsätze durch Kommas vom Hauptsatz abgetrennt.

Beispiel:
Das Buch, das ich gestern gelesen habe, war spannend.

Relativsätze liefern zusätzliche Informationen, die oft nicht zwingend notwendig sind, aber den Satz genauer machen.

5️⃣ Relativpronomen in verschiedenen Fällen

Relativpronomen können in allen vier Fällen stehen:

  • Nominativ: der, die, das
  • Akkusativ: den, die, das
  • Dativ: dem, der, dem
  • Genitiv: dessen, deren

Der Genitiv kommt seltener vor, ist aber besonders in formelleren Texten wichtig.

Beispiel:
Der Schüler, dessen Tasche verschwunden ist, sucht sie.

6️⃣ Relativpronomen mit Präpositionen

Häufig stehen Relativpronomen zusammen mit Präpositionen. In diesem Fall richtet sich der Fall nach der Präposition.

Beispiele:

  • Der Stuhl, auf dem ich sitze, ist alt.
  • Die Freundin, mit der ich lerne, ist sehr fleißig.
  • Das Thema, über das wir sprechen, ist wichtig.

Die Präposition steht immer vor dem Relativpronomen.

7️⃣ „Der“ oder „welcher“?

Relativpronomen wie „welcher, welche, welches“ sind grammatikalisch korrekt, werden im Alltag aber seltener verwendet. Sie kommen vor allem in geschriebenen Texten oder zur Vermeidung von Wiederholungen vor.

Beispiel:
Das Haus, welches dort steht, ist sehr alt.

Im gesprochenen Deutsch wird meist „der/die/das“ verwendet.

8️⃣ Typische Fehler bei Relativpronomen

  • ❌ falscher Fall des Relativpronomens
  • ❌ fehlende oder falsche Kommas
  • ❌ falscher Bezug zum Bezugswort
  • ❌ Verwechslung von Artikel und Relativpronomen

Ein häufiger Fehler ist es, den Fall des Bezugswortes auf das Relativpronomen zu übertragen. Entscheidend ist aber immer die Funktion im Relativsatz.

9️⃣ Relativpronomen und Stil

Relativsätze machen Texte abwechslungsreicher und präziser. Zu viele verschachtelte Relativsätze können Texte jedoch schwer verständlich machen. Ein ausgewogenes Verhältnis ist wichtig – besonders in Aufsätzen und Sachtexten.

📚 Zusammenfassung

Relativpronomen verbinden Sätze und liefern zusätzliche Informationen zu einem Nomen. Sie richten sich im Geschlecht und in der Zahl nach dem Bezugswort, ihr Fall hängt von der Funktion im Relativsatz ab. Wer Relativpronomen sicher beherrscht, schreibt klarer, strukturierter und verständlicher.

Die Lernhilfe Sprenger unterstützt Schüler:innen dabei, Relativpronomen und andere Grammatikthemen verständlich und stressfrei zu lernen.