Reime – Arten, Wirkung und Beispiele

📖 Reime – Arten, Wirkung und Beispiele

1. Definition

Ein Reim ist die Wiederholung von gleichklingenden Lauten am Ende von zwei oder mehr Versen in einem Gedicht.
Reime gehören zu den wichtigsten Mitteln der Gedichtanalyse, da sie Rhythmus, Klang und Struktur erzeugen.

2. Warum Reime wichtig sind

  • Sie verstärken den Rhythmus und die Musikalität eines Gedichts.
  • Sie erleichtern das Merken von Texten, z. B. bei Kinderreimen.
  • Sie können die Stimmung und Wirkung eines Gedichts beeinflussen (z. B. fröhlich, ernst, spannend).
  • Sie helfen, das Gedicht in Sinneinheiten zu gliedern.

3. Die wichtigsten Reimarten

Reimart Beispiel Beschreibung / Wirkung
Endreim „Haus – Maus“ Die häufigste Reimart. Die Endsilben der Verse klingen gleich.
Paarreim „Haus – Maus / Licht – Sicht“ Zwei aufeinanderfolgende Verse reimen sich (aa bb). Einfach, harmonisch.
Kreuzreim „Haus – Licht / Maus – Sicht“ Die Verse reimen sich abwechselnd (abab). Wirkt lebendig und fließend.
Umarmender Reim „Haus – Licht / Nacht – Macht“ (abba) Der erste und letzte Vers reimen sich, die beiden mittleren ebenfalls. Geschlossene, runde Wirkung.
Binnenreim „Ich geh und seh den See“ Reim innerhalb eines Verses. Wirkt spielerisch oder betont bestimmte Wörter.
Schweifreim „Haus – Maus / Licht – Sicht / Nacht – Macht“ Abfolge von drei Versen mit Reimschema aab. Wirkt melodisch und rhythmisch interessant.

4. Beispiele aus Gedichten

- Kinderreim: „Hänschen klein ging allein / in die weite Welt hinein.“ (Paarreim)
- Goethe: „Über allen Gipfeln ist Ruh‘ / in allen Wipfeln spürest du“ (Kreuzreim)
- Schiller: „Freude, schöner Götterfunken / Tochter aus Elysium“ (Endreim)

5. Wirkung von Reimen

  • Sie erzeugen Rhythmus und Harmonie.
  • Sie heben wichtige Wörter hervor.
  • Sie können das Tempo oder die Spannung eines Gedichts beeinflussen.
  • Sie helfen beim emotionalen Eindruck: fröhlich, traurig, feierlich oder spielerisch.

6. Zusammenfassung

Reime sind wiederkehrende Lautmuster am Ende oder innerhalb von Versen.
Sie erzeugen Klang, Rhythmus und Struktur und sind ein zentrales Stilmittel in Gedichten.
Wer Reime erkennt und versteht, kann Gedichte leichter analysieren und interpretieren – eine wichtige Grundlage jeder Gedichtanalyse.