📖 Gedichtanalyse – „Besuch vom Lande“ von Erich Kästner
1. Einleitung
Das Gedicht „Besuch vom Lande“ von Erich Kästner beschreibt humorvoll, wie Landbewohner die Großstadt erleben.
In dieser Gedichtanalyse werden Aufbau, Inhalt, Sprache, Reimschema, Metrum, Stilmittel und Aussage des Gedichts untersucht.
2. Inhaltsangabe
Die Landbesucher stehen am Potsdamer Platz und sind von Größe, Lärm und Hektik der Stadt überwältigt. Sie fühlen sich unsicher und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Die Stadt wirkt „zu laut“, „zu groß“ und „zu wild“.
In den weiteren Strophen verstärkt sich ihre Orientierungslosigkeit: Verkehr und Menschenmengen wirken chaotisch. Am Ende werden die Besucher fast „überfahren“, was die Bedrohlichkeit der Stadt deutlich macht.
3. Formale Analyse
3.1 Reimschema
Das Gedicht weist kein einheitliches Reimschema auf, was die Hektik der Stadt symbolisiert. Einige Verse reimen sich (Endreime), andere nicht.
Mehr zu Reimen und Reimschemata findest du hier.
3.2 Metrum
Das Metrum ist unregelmäßig. Längere und kürzere Verse wechseln sich ab und spiegeln die hektische Bewegung der Besucher wider. Ein festes Metrum würde Ruhe vermitteln, die Kästner bewusst vermeidet.
4. Sprache und Stilmittel
Kästner setzt gezielt sprachliche Mittel ein, um die Wirkung der Stadt zu verdeutlichen. Die Sprache ist klar und sachlich, gleichzeitig humorvoll.
- Wiederholung: ähnliche Satzanfänge verdeutlichen die Überforderung.
- Personifikation: Verkehrsmittel und Stadt wirken lebendig („Die U-Bahn dröhnt“).
- Steigerung: Adjektive wie „laut – groß – wild“ steigern die emotionale Wirkung.
- Ironie: Nüchterner Ton kontrastiert mit dramatischer Situation und verstärkt die Kritik.
5. Interpretation
Das Gedicht kann als Gesellschaftskritik verstanden werden: Die Großstadt steht für Hektik und soziale Kälte, die Landbesucher für Ruhe und Unbedarftheit. Humor und Ironie verstärken die Kritik am Großstadtleben.
6. Aussage und Fazit
„Besuch vom Lande“ zeigt humorvoll und ernsthaft, dass Fortschritt und Urbanisierung auch negative Seiten haben. Die geschickte Nutzung von Sprache, Aufbau, Stilmitteln, Metrum und Reimen macht es zu einem anschaulichen Beispiel für Literatur. Es eignet sich für eine fundierte Gedichtanalyse.