Nominalisierung – Alles über die Bildung von Nomen

Nominalisierung – Alles über die Bildung von Nomen

Nominalisierung ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Grammatik. Sie bezeichnet die Umwandlung von Verben oder Adjektiven in Nomen (Substantive). Nominalisierte Formen werden häufig in Texten, Aufsätzen oder formellen Schreiben verwendet, da sie den Ausdruck oft präziser oder gehobener machen. In diesem Text erfährst du alles über die Regeln, die Bildung, die Anwendung, typische Fehler und Übungen zu Nominalisierung.

1. Was ist Nominalisierung?

Nominalisierung ist die Umwandlung eines Verbs oder Adjektivs in ein Substantiv. Das Substantiv kann danach im Satz als Nomen verwendet werden, also mit Artikel, Plural und deklinierbar.

  • Beispiel Verb → Nomen: „lesen“ → „das Lesen“
  • Beispiel Adjektiv → Nomen: „schön“ → „die Schönheit“
  • Beispiel Verb → Nomen: „entscheiden“ → „die Entscheidung“

2. Warum ist Nominalisierung wichtig?

Nominalisierung wird in vielen Kontexten genutzt:

  • In Aufsätzen und Texten für Schule oder Studium
  • In wissenschaftlichen Texten, um Sachverhalte präziser auszudrücken
  • In formellen Schreiben, Berichten oder Protokollen
  • Um den Satzbau abwechslungsreicher und stilistisch gehobener zu gestalten

Nominalisierte Formen können Handlungen, Vorgänge oder Eigenschaften als Gegenstand ausdrücken, z. B. „die Entscheidung“ statt „zu entscheiden“.

3. Regeln der Nominalisierung

Nominalisierung folgt einigen klaren Regeln:

3.1 Großschreibung

  • Nominalisierte Verben und Adjektive werden immer großgeschrieben.
  • Beispiele: „Das Schwimmen macht Spaß.“ „Die Freundlichkeit der Lehrerin war bemerkenswert.“

3.2 Begleiter

  • Nominalisierte Verben und Adjektive benötigen einen Artikel oder andere Begleiter.
  • Beispiele: „das Laufen“, „eine Entscheidung“, „die Schönheit“

3.3 Pluralbildung

  • Viele nominalisierte Verben haben keinen Plural, z. B. „das Lesen“.
  • Nominalisierte Adjektive haben oft einen Plural, z. B. „die Freuden“, „die Schönheiten“.

4. Nominalisierung von Verben

Die häufigste Form der Nominalisierung ist die Bildung von Nomen aus Verben. Dabei gibt es feste Regeln:

  • Das Verb wird meist in den Infinitiv gesetzt und erhält einen Artikel.
  • Beispiele:
    „laufen“ → „das Laufen“
    „schreiben“ → „das Schreiben“
    „entscheiden“ → „die Entscheidung“

4.1 Verben mit regelmäßiger Nominalisierung

  • Infinitiv + Artikel → das Spielen, das Tanzen, das Essen
  • Nur der Infinitiv wird als Substantiv behandelt.

4.2 Verben mit unregelmäßiger Nominalisierung

  • Manche Verben ändern die Form, z. B.:
    „fahren“ → „die Fahrt“
    „wissen“ → „das Wissen“
    „sehen“ → „die Sicht“

5. Nominalisierung von Adjektiven

Auch Adjektive können nominalisiert werden:

  • Positiv: „schön“ → „die Schönheit“
  • Gegenteil: „gut“ → „die Güte“
  • Beispiele im Alltag: „die Freundlichkeit“, „die Höflichkeit“, „die Tapferkeit“

6. Typische Endungen bei Nominalisierung

  • -ung → Entscheidung, Lösung, Rechnung
  • -heit / -keit → Freundlichkeit, Höflichkeit, Schnelligkeit
  • -schaft → Mannschaft, Freundschaft, Wissenschaft
  • -tum → Eigentum, Christentum, Königtum
  • -nis → Ergebnis, Ereignis, Zeugnis

7. Unterschiede zwischen Verb und nominalisierter Form

Nominalisierung verändert oft die Satzfunktion:

  • Verb: „Ich lese das Buch.“ → Handlung
  • Nominalisierung: „Das Lesen des Buches macht mir Spaß.“ → Substantiv, Handlung als Gegenstand
  • Verb: „Wir entscheiden uns heute.“
  • Nominalisierung: „Unsere Entscheidung fällt heute.“

8. Nominalisierung im Satzbau

Nominalisierte Formen können Subjekt, Objekt oder Bestandteil von Präpositionalphrasen sein:

  • Subjekt: „Das Schwimmen ist gesund.“
  • Objekt: „Er liebt das Lesen.“
  • Präpositionalphrase: „Mit der Entscheidung bin ich zufrieden.“

9. Nominalisierung und Stil

Nominalisierung macht Texte oft formeller und gehobener. Sie wird häufig in:

  • Schulaufsätzen
  • Berichten
  • Protokollen
  • wissenschaftlichen Arbeiten

Beispiel:

  • Einfach: „Wir haben das Spiel gewonnen.“
  • Nominalisiert: „Der Gewinn des Spiels hat uns gefreut.“

10. Typische Fehler bei Nominalisierung

  • Vergessen des Artikels: „Lesen macht Spaß“ → richtig: „Das Lesen macht Spaß“
  • Falsche Großschreibung: „das lesen“ → richtig: „das Lesen“
  • Falsche Pluralform: „die Lesungen“ (nur bei bestimmten Kontexten korrekt, sonst „das Lesen“)
  • Zu viele Nominalisierungen im Satz → schwer verständlich

11. Übungen zur Nominalisierung

Setze die folgenden Verben und Adjektive in die nominalisierte Form:

  1. laufen → __________
  2. entscheiden → __________
  3. schön → __________
  4. freundlich → __________
  5. wissen → __________
  6. fahren → __________
  7. schreiben → __________
  8. gut → __________

12. Lösungen zu den Übungen

  • laufen → das Laufen
  • entscheiden → die Entscheidung
  • schön → die Schönheit
  • freundlich → die Freundlichkeit
  • wissen → das Wissen
  • fahren → die Fahrt
  • schreiben → das Schreiben
  • gut → die Güte

13. Tipps zur Nominalisierung

  • Aufpassen, dass das Substantiv immer großgeschrieben wird.
  • Artikel oder andere Begleiter setzen.
  • Nominalisierungen sparsam verwenden, um Texte verständlich zu halten.
  • Die häufigsten Endungen lernen: -ung, -heit, -keit, -schaft, -nis, -tum
  • Übungen im Alltag: Texte umformulieren und Verben in Substantive verwandeln.

14. Zusammenfassung

Nominalisierung ist die Umwandlung von Verben oder Adjektiven in Substantive. Sie verändert die Satzfunktion, macht Texte formeller und ist besonders in Aufsätzen, Berichten und wissenschaftlichen Arbeiten wichtig. Wichtige Regeln sind Großschreibung, Begleiter und die Beachtung der Pluralformen. Typische Endungen helfen beim Erkennen und Bilden von nominalisierten Formen. Wer die Regeln kennt und regelmäßig übt, kann Texte stilistisch verbessern und klarer ausdrücken.