Siedetemperatur in der Chemie

Siedetemperatur in der Chemie

Die Siedetemperatur eines Stoffes ist die Temperatur, bei der der Dampfdruck des Stoffes gleich dem Umgebungsdruck ist und der Stoff vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht. Man spricht auch vom Sieden.

📌 1. Definition

Die Siedetemperatur ist abhängig von:

  • dem Stoff selbst (Stoffeigenschaften, Molekülstruktur)
  • dem Umgebungsdruck (z. B. höherer Druck → höhere Siedetemperatur)
  • Vorhandensein von gelösten Stoffen (z. B. Salze → Siedepunktserhöhung)

🔬 2. Einflussfaktoren auf die Siedetemperatur

Faktor Auswirkung Beispiele
Molekülgröße / Molekülmasse Größere Moleküle haben höhere Siedetemperaturen Wasser (H₂O) 100 °C, Ethanol (C₂H₅OH) 78 °C, Methan (CH₄) −161 °C
Zwischenmolekulare Kräfte Stärkere Kräfte → höhere Siedetemperatur Wasser (Wasserstoffbrücken) vs. Sauerstoff (nur Van-der-Waals-Kräfte)
Druck höherer Druck → höhere Siedetemperatur; niedriger Druck → niedrigere Siedetemperatur Wasser bei 1 bar: 100 °C, auf 0,5 bar: ca. 81 °C
Gelöste Stoffe Erhöhung des Siedepunkts (Siedepunktserhöhung) Salzwasser kocht höher als reines Wasser

💡 3. Beispiele für Siedetemperaturen

  • Wasser (H₂O): 100 °C bei Normaldruck
  • Ethanol (C₂H₅OH): 78 °C bei Normaldruck
  • Methanol (CH₃OH): 65 °C bei Normaldruck
  • Aceton (C₃H₆O): 56 °C bei Normaldruck
  • Stickstoff (N₂): −196 °C bei Normaldruck

🔄 4. Merksätze

  • Siedetemperatur = Temperatur, bei der Flüssigkeit in Gas übergeht.
  • Starker Druck → höherer Siedepunkt; schwacher Druck → niedrigerer Siedepunkt.
  • Stoffeigenschaften und zwischenmolekulare Kräfte beeinflussen die Siedetemperatur stark.

📝 5. Zusammenfassung

Die Siedetemperatur ist ein wichtiger physikalischer Wert in der Chemie. Sie hängt von Molekülgröße, zwischenmolekularen Kräften, Umgebungsdruck und gelösten Stoffen ab. Das Wissen über Siedetemperaturen ist entscheidend für Laborarbeiten, Alltag und chemische Reaktionen.